Plasmafernseher

So langsam scheint die Zeit der Röhrenfernseher sich ihrem Ende zu nähern, denn immer häufiger trifft man in deutschen Wohnzimmern auf Flachbildschirm-Fernseher. Dank großem und scharfem Bild und vor allem durch die immer niedriger sinkenden Preise erfreuen sich LCD-TVs und Plasmafernseher immer größerer Beliebtheit.

Doch inzwischen ist das Angebot so unübersichtlich und die Qualitätsunterschiede so groß, dass man sich als Verbraucher vor dem Kauf eines neuen Fernsehgerätes gut informieren sollte. Gerade bei Plasmafernsehern, die man noch selten unter 500 EUR findet, ist es umso wichtiger zu wissen, für welches Model man sich entscheidet.

Wie funktionieren Plasmafernseher?

Plasmafernseher arbeiten nicht mit Flüssigkristall wie die LCD-Konkurrenz (das funktioniert wie bei einem Handy oder einem Gameboy), sondern die Bildpunkte werden durch ein explodierendes Gasgemisch (Plasma-Entladung) erzeugt. Schon der Aufbau von Plasma-TV-Geräten ist anders:

  • Die Bildfläche besteht aus zwei aufeinander liegenden Glasscheiben, deren Zwischenraum in kleine Zellen unterteilt ist, welche mit Phosphor (Rot, Grün oder Blau) beschichtet sind.
  • In jeder Zelle befindet sich zudem Xenon-Gas, ein spezielles Edelgasgemisch.
  • Jede Zelle mit einer Einzelfarbe wird Subpixel genannt. Jeweils drei Subpixel sind ein Pixel, also Bildpunkt.
  • Durch ein filigranes Netz aus Elektroden (Elektrodenmatrix) kann jede Zelle separat angesprochen werden. Wird Spannung angelegt, ionisiert das Gas zu Plasma. Freie Elektronen werden auf höhere Energieniveaus transportiert und fallen nach kurzer Zeit wieder zurück. Die Energie geben Sie dabei als UV-Licht ab. Trifft das UV-Licht auf die Phosphorschicht, beginnt diese in einer der Grundfarben zu leuchten. In Sekundenbruchteilen werden so Tausende Bildpunkte gesteuert. Das Zusammenspiel der einzelnen Bildpunkte ergibt das sichtbare Bild.
  • Bevor das Licht durch die vordere Glasscheibe austritt, passiert es noch einen Filter, der Lichtreflexionen von außen mindert und eine Schutzschicht, die elektromagnetische Strahlung abschirmt, um Bildstörungen zu vermeiden.
Mehr

Vorteile

Welche Vorteile bringt ein Plasmafernseher?

Warum ein Plasmafernseher kaufen, wenn es auch LCD-TVs gleicher Größe für kleineres Geld gibt? Plasmafernseher haben gleich mehrere Vorteile gegenüber ihren LCD-Kollegen:

  • Bessere Reaktionszeit:
    Die Reaktionszeit moderner Plasmageräte liegt oftmals unter fünf Millisekunden, wodurch Schlieren bei schnellen Bewegungen auf dem Bildschirm, etwa bei Sportübertragungen oder Actionfilmen vermieden werden.
  • Niedriger Stromverbauch (neue Modelle):
    Plasmafernseher sind mittlerweile keine Stromfresser, wie vor ein paar Jahren. Sie kann man jetzt sogar mit dem Verbauch von LED Fernsehern von Samsung vergleichen, die ja bekannt für den niedrigen Stromverbrauch sind.
  • Sattere Farben:
    Durch die Eigenbeleuchtung des Bildschirms können Farben und Kontrasten besser dargestellt werden, was ein natürlicheres Bild als auf LCD-TVs zur Folge hat.
Mehr

Lebensdauer

Wie hoch ist die Lebensdauer eines Plasmafernsehers?

Eine genaue Lebensdauer kann man für Plasmafernseher pauschal nicht angeben. Oft wird aber immer noch das falsche Vorurteil geschürt, dass Plasma-Displays nur einige wenige Jahre halten würden. Tatsächlich haben moderne Plasma-Displays aber eine wesentlich höhere Lebenserwartung als herkömmliche Fernsehgeräte.

Bei beiden Technologien nimmt die Bildhelligkeit mit wachsender Betriebsstundenzahl kontinuierlich ab. Für einen herkömmlichen Fernseher wird in der Regel eine Lebensdauer von ca. 10.000 Stunden angegeben. Einfache Plasma-Geräte werden meist mit einer Lebensdauer von 30.000 Stunden angegeben, Geräte der neuesten Generation mit 60.000 Stunden. In diesem Zeitraum kann sich die Leuchtkraft Ihres Plasmafernsehers um bis zu 50% reduziert haben.

Bis ein Plasmafernseher 50% seiner Leuchtkraft verloren hat, vergeht also schon einmal das 3 bis 6-fache der Nutzungsdauer eine Röhren-Fernsehers. Im Schnitt läuft ein Fernseher in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamts jedoch nur ca. 170 Minuten pro Tag. Bei diesem Sehverhalten entsprechen 30.000 Betriebsstunden einem Zeitraum von 30 Jahren, 60.000 Betriebsstunden sogar einem Zeitraum von 60 Jahren.

Mehr

Kaufkriterien

Worauf muss ich achten, wenn ich ein Plasmafernseher kaufe?

Wer den Kauf eines Plasmafernsehers plant, muss einiges beachten, damit das Sehvergnügen nicht in Kauffrust endet:

  • Ihr Plasmafernsehgerät sollte mindestens HDTV-fähig sein, also eine Auflösung von mindestens 1024×768 Pixeln haben. Auch wenn sich das hochauflösende Fernsehen HDTV in Europa bisher nicht überall durchsetzen konnte, ist es als sicher anzusehen, dass dies in den nächsten Jahren geschehen wird und ein Fernseher ist nun mal eine längerfristige Anschaffung. Achten Sie in diesem Fall auf das Label “Full HD”, das zwar nicht genormt ist, aber bereits eine Entwicklungsstufe über dem etwas älteren “HD Ready” anzusiedeln ist.
  • Kontrastwerte hingegen sind kein Kriterium für die Auswahl eines Plasma TV. Da es für Kontrastwerte bislang noch keine ISO-Normen gibt, können Sie Angaben der Hersteller getrost vergessen. Sie sind grundsätzlich subjektiver Natur und nicht miteinander vergleichbar.
  • Ein sehr wichtiges Kaufkriterium ist auch die Größe des Raumes, in dem der Plasma-TV später stehen soll. Der Betrachtungsabstand bestimmt hier die Größe des Gerätes. Sitzt man zu nahe am Plasma-TV, sieht man unter Umständen Pixelstrukturen, was das Sehvergnügen sicherlich nicht fördert. Käufer von Plasma-TV, bei denen es später zu Reklamationen kommt, beschreiben oft Nervosität, Kopfschmerzen und Übelkeit bei einem zu geringen Betrachtungsabstand und einem übergroßen Bild. Weniger ist je nach vorhandenem Raum Verhältnissen oftmals mehr. Das schönste Auto hat keinen Wert, wenn man damit nur in der Garagenausfahrt fahren darf.
  • Ein weiteres Leistungsmerkmal eines Plasma-TV ist die Leuchtstärke des Geräts. Sie wird in cd/m² (Candela pro Quadratmeter) angegeben. Pauschal kann man sagen, dass die Lebensdauer eines Plasma TV höher ist, je mehr Leuchtstärke er hat. Anhand dieser kann man auch Rückschlüsse auf den Kontrastwert des betroffenen Gerätes ziehen. Ein Plasma-TV mit hoher Leuchtstärke wird schwarze Bildbereiche in der Regel besser abbilden können, als sein Plasma-Kollege mit niedrigerer Leuchtstärke. Die Leuchtstärke aktueller Geräte liegt üblicherweise bei ca. 1.500 cd/m2 wobei man Modelle mit höherer Leuchtstärke vorziehen sollte.
  • Auch von den Farben und Graustufen her sollten Sie sich besser nicht mit der Grundausstattung zufrieden geben, sondern ein Gerät mit zumindest 1 Milliarde Farben und 1024 Graustufen wählen. Mit einem solchen Gerät dürften Sie dann für die nächsten 5-10 Jahre gerüstet sein.

Digital oder Analog?

  • Analog
    Bei der analogen Übertragung ist es vor allem wichtig, auf das bestmöglichste Signal zu setzen. Hier eignen sich RGB oder eine Komponentenverbindung. Beim Fernsehempfang sollte bei einem Plasma-Fernseher jedoch auf analogen Empfang verzichtet werden. Erstens bietet das analoge TV-Programm nur maximal 4 MHz Auflösung und eine Farbsättigung von 75 Prozent im Gegensatz zur digitalen Übertragung über Kabel, Satellit oder Antenne (DVB-T). Zweitens kann man damit rechnen, dass die analoge Übertragung nach und nach verschwinden wird, das der Digitalempfang fast doppelt so scharf und kräftigere Farben bietet.
  • Digital
    Die digitale Übertragung hat eine Menge Vorteile. Signale können ohne Probleme über größere Distanzen transportiert werden und die Bandbreite ist vielhöher, was eine bessere Bildqualität ermöglicht. Ein Plasmafernseher macht aber auch nur dann richtig Sinn, wenn ein DVD-Player mit DVI- oder HDMI-Ausgang und ein digitaler Fernsehempfang vorhanden. Nur wenn die Daten auch Digital eingespeist werden, bietet ein Heimkino mit Plasma-TV auch ein optimales Kinovergnügen mit hoher Bildqualität.
Mehr